Buchtipp

Unser Buchtipp im DK vom 23.3.20

Madeline Miller - Das Lied des Achill

Buchhandlung Sabine Jünemann

Eisele Verlag, 412 Seiten, 16,99 €

Im Streit um ein paar Würfel geschieht das Unglück. Prinz Kleitonymos stürzt, schlägt mit dem Kopf auf einen Stein und stirbt, weil Patroklos ihn weggestoßen hat. Obwohl auch er ein Prinz ist, wird Patroklos dafür von seinem Vater Menoitis verstoßen. Wie viele andere Jungen, wird er von König Peleus gegen Geld aufgenommen, um für ihn zum Krieger ausgebildet zu werden. So verbinden sich die Leben von Achill, Sohn des Königs Peleus und der Meeresgöttin Thetis, und Patroklos.

Die beiden Jungen freunden sich an und verbringen einige Jahre glücklicher Kindheit am Hof. Als Achill zum Zentauren Cheiron zur Ausbildung geschickt wird, absolvieren sie auch diese gemeinsam. In dieser Zeit wächst auch ihre Zuneigung zueinander weiter. Zusammen ziehen sie dann in den Krieg gegen Troja.

Wie prophezeit, erweist sich Achill als großer Kämpfer, als ‚Bester aller Griechen‘. Patroklos hingegen entpuppt sich als begnadeter Heiler. Die offensichtliche Liebe zwischen ihnen wird jedoch, vor allem von Achills Mutter, nicht gern gesehen. Die Liebe, in all ihren Formen, das zeigt diese Geschichte, kann eine verhängnisvolle Macht sein.

Madleine Miller zeichnet auch in diesem Roman ein eindrucksvolles Bild der Antike. Doch auch die bekannte Geschichte um Troja hält bei ihr noch Überraschendes bereit.

Folgen Sie mit diesem Buch der Empfehlung, Zuhause zu bleiben und zu lesen. Absolut Lesenswert. Und wenn es zu schnell geendet haben sollte, gibt es da ja noch den Titel ‚Circe‘ der gleichen Autorin.

Von Luise Harloff



Unser Buchtipp im DK vom 16.3.20

Gräfin Sybil Schönfeld - Sonderappell

Buchhandlung Sabine Jünemann

Verlag ebersbach & simon, 282 Seiten, 22,00 €

75 Jahre nach Kriegsende ist diese Geschichte immer noch so frisch und eindrücklich zu lesen wie nach dem erstmaligen Erscheinen Ende der 70ger Jahre, in welchem die Autorin ihre eigenen Erlebnisse verarbeitet hat.

Ein kalter Spätwintermorgen gegen Ende des Krieges. Lotte steht in aller Frühe mit ihren Großeltern auf dem Bremerhavener Bahnhof. Sie wartet auf die Abfahrt des Zuges, der sie zu ihrem Einsatz für den Reichsarbeitsdienst nach Oberschlesien bringen soll. Eine raue und kalte Gegend. Der Großvater, selbst noch alter Soldat aus den ersten Weltkrieg und jetzt in der Heimatstadt als Major nochmals verpflichtet, verabschiedet sich mit den Worten; „Du trägst jetzt des Führers Rock – verhalte dich entsprechend...“

Der erste Arbeitseinsatz für Lotte besteht darin, an ihrem Einsatzstandort die verdreckten Latrinen zu reinigen – eine Herkulesaufgabe. Die zu leistenden Arbeiten sind vielfältig, und die junge Frau wächst an ihren Aufgaben. Allerdings wachsen auch ihre Zweifel, ob das was, um sie herum geschieht, rechtmäßig ist.

Je näher die Front von Osten heranrückt, desto weniger werden sie an ihrem Standort. So fasst auch Lotte eines Tages einen Entschluss. Sie wird sich gen Westen bewegen, nicht ahnend, welche Odyssee ihr bevorstehen wird und ob sie und ihre Großeltern einander gesund wiedersehen werden.

Dieser eindrückliche Roman, der lange Zeit vergriffen war, ist bereits für Jugendliche ab 14 Jahren gut lesbar und vermittelt auf das Eindrücklichste nicht nur den Schrecken des Krieges und wie das Erlebte den Menschen verändert, sondern auch die Spätfolgen. Dazu gehört auch das Erstarken der Neonazis, denn die Führungsmitglieder des Reichsarbeitsdienstes wurden ohne Wenn und Aber in die diversen Dienste der jungen Bundesrepublik übernommen, unter anderem auch als Lehrkräfte. Der damalige Leiter des RAD hatte es verstanden, seine Abteilung weitgehend parteiunabhängig zu führen, so dass nach dem Krieg keine Entnazifizierung stattfand.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 9.3.20

Sigrid Nunez - Der Freund

Buchhandlung Sabine Jünemann

Aufbau Verlag, 234 Seiten, 20,00 €

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt...“, so beginnt ein alter Schlager aus den 30er Jahren und besingt damit aufs Beste den Wert der Freundschaft.

Im vorliegenden Fall stirbt der langjährige Freund und Weggefährte der Erzählerin von eigener Hand und hinterlässt ihr als Erbe seinen Hund: Apollo – Eine dänische Dogge von 80 kg, mit einer Schulterhöhe von einem Meter und aufgerichtet über zwei Meter lang. Sie ist entsetzt. Wo soll sie das Tier unterbringen? Schließlich ist in ihrem Haus keine Haustierhaltung erlaubt, und außerdem ist ihre Wohnung nur knapp 50 qm² groß. Sie ist sowieso eher ein Katzenmensch. Trotzdem erbarmt sie sich des Hundes, als sie feststellt, dass Apollo genauso trauert wie sie selbst, wenn nicht gar mehr.

Die Autorin schafft in diesem Fall den Drahtseilakt zwischen Essay, langem Brief und Erinnerung. Sie pendelt zwischen den Betrachtungen zu ihrem besten Freund, ihrer endlos erscheinenden Arbeit als Schriftstellerin und ihren immer umfangreicher werdenden Erkenntnissen über Hunde. Nie verfällt sie in Rührseligkeit, sondern schreibt lakonisch und mit viel feiner Selbstironie. Erheitert den Lesern über Betrachtungen zur Hoch- und Popkultur. In einer Erzählung ohne Sentimentalität, die doch so eindrücklich schildert wie eine neue Freundschaft entsteht, die über die Trauer hinweg trägt und zu einem neuen Lebensmut verhilft.

Es ist eine alte Geschichte, dass in vielen Fällen nach einem Verlust ein Tier einem Trauernden neuen Lebensmut vermitteln kann, die hier auf schönste beschrieben wird und die Leser und Leserinnen beglückt und getröstet zurück lässt.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 2.3.20

Jennifer Egan - Manhattan Beach

Buchhandlung Sabine Jünemann

Fischer Verlag, 488 Seiten, 12,00 €

Im Jahr 1934, irgendwo in der Nähe von New York. Es beginnt damit, dass die elfjährige Anna ihren Vater bei einem Besuch eines nicht näher erläuterten Hauses am Meer begleitet. Die Stimmung des Vaters ist angespannt ob des Besuches. Anna beobachtet alles sehr genau - das Geplänkel, die beiläufige Übergabe eines Päckchens - und gibt sich stärker, als sie sich eigentlich fühlt. Der Gastgeber Mr. Styles ist freundlich, auch wenn er lieber die Gespräche draußen im Freien führt „fern von neugierigen Ohren“. Erst später wird klar, wer dieser Mann wirklich war und was der Vater da eigentlich getan hat.

Nachdem der Vater eines Nachts spurlos verschwindet, ist es an Anna, ihre Familie irgendwie über Wasser zu halten. Als der zweite Weltkrieg ausbricht und Frauen plötzlich allerorten die Arbeit der eingezogenen Männer machen müssen, eröffnen sich für Anna neue ungeahnte Möglichkeiten.

Diese Buch fesselt einen: Die innige Liebe zu ihrer schwerst behinderten Schwester, ihre Loyalität der Mutter gegenüber, neben der Bewunderung und Sehnsucht nach dem verschwundenen Vater. Annas Hunger nach dem Leben, dieser Wunsch nicht nur Ziermünzen an Hüte zu nähen und technische Bauteile überprüfen zu müssen. Anna will mehr und ist dafür bereit, alles zu geben, auch wenn sie zwischen ihren Verpflichtungen und Sehnsüchten möglicherweise zerrieben wird.

Dieser Roman erzählt nicht nur die Geschichte der ersten Marinetaucherin der amerikanischen Geschichte, sondern ist auch eine spannende Geschichte der Gewerkschaften und ihrer kriminellen Verflechtungen. Ein schillerndes Porträt des New York der 30er und 40er Jahre und außerdem eine Liebeserklärung an das Meer.

Sprachlich vielseitig, spannend geschrieben. Eine Geschichte mit Sogwirkung!

Von Sarah-Katarina Klecker



Unser Buchtipp im DK vom 24.2.20

Deborah Moggach - Die Liebe einer Tochter

Buchhandlung Sabine Jünemann

Insel Verlag, 203 Seiten, 10,95 €

Es ist zum Verzweifeln, finden Phoebe und Robert. Seit dem Tod ihrer Mutter baut ihr einst so rüstiger Vater mehr und mehr ab. James, ein ehemaliger Wissenschaftler, ist 80 und für manche Überraschung gut, zumal er mit seinen Aus- und Ansprüchen bereits mehrere Betreuerinnen und Pflegekräfte zur Kündigung veranlasst hat. Erst Mandy scheint ihm seinen Alltag behaglich gestalten zu können. Zwar ist ihre Kleidung jenseits des guten Geschmacks, doch über den lässt sich bekanntlich trefflich streiten!

Etwas verwundert sind die Geschwister jedoch über die bisher eher unüblichen Freizeitgestaltung ihres Vaters und seiner Pflegerin, von Ausflügen bis zum Zoobesuch, von der Quizsendung bis zum Einkaufsbummel ist alles dabei. Mandy scheint James' Leben komplett umgekrempelt zu haben. Etwas misstrauisch beobachten Schwester und Bruder die Veränderungen und die zunehmende Vertrautheit ihres Vaters mit der jungen Frau, von der sie sich ausgeschlossen fühlen.

Bevor die beiden der Sache auf den Grund gehen können, geschieht jedoch etwas Unvorhergesehenes, das alle Beteiligten dazu bringt, ihrer aller Leben zu überdenken.

Tiefgründig und humorvoll schildert die Autorin in ihrem Roman die verzwickten Familienverhältnisse und die Überraschungen, die einem die Familienmitglieder so manches mal unverhofft bereiten. Zauberhaft nachdenklich.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 17.2.20

Jørn Lier Horst - Wisting und der Tag der Vermissten

Buchhandlung Sabine Jünemann

Piper Verlag, 448 Seiten, 15,00 €

Ein skandinavischer Kriminalroman ohne depressiven, alkoholabhängigen Kommissar und einer Handlung, die so brutal ist, dass man manchmal kaum noch weiterlesen mag, ist das überhaupt noch möglich? Ja, Jørn Lier Horst hat mit seinem norwegischen Kommissar Wisting bewiesen, dass Spannung bis zur letzten Seite auch anders funktionieren kann. Ein junger, ehrgeiziger Kommissar aus Oslo, der alte ungelöste Fälle bearbeitet, sucht die Unterstützung vor Ort bei Kommissar Wisting. Gleichzeitig spannt er auch ohne dessen Wissen die Presse vor Ort für seine Zwecke ein und wendet sich dabei bewusst an die Journalistin Line Wisting, die sich eigentlich noch im Mutterschutz befindet und Tochter des Kommissars ist. Durch neuere Ermittlungstechniken ergab sich ein Zusammenhang zwischen zwei alten Fällen. Sie betreffen ausgerechnet den Mann, den Wisting nun schon seit 24 Jahren immer am Tag des spurlosen Verschwindens von dessen Frau besucht und zu dem er ein fast freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hat. Vor ähnlich langer Zeit verschwand eine junge Frau spurlos auf dem Weg nach Hause, nachdem sie nach einem Streit mit ihrem Freund eine Party abrupt verlassen hatte. Kommissar Stiller aus Oslo zeigt ein sehr persönliches Interesse daran diese Fälle endlich aufzuklären und schreckt auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurück. Dennoch ist ihm der erfahrene Kommissar vor Ort und bald auch dessen Tochter immer ein Stück voraus. Sympathische Hauptfiguren machen diesen Kriminalroman besonders lesenswert und neugierig auf die nächsten Fälle, die bald folgen werden.

Von Karin Skrzypczak



Unser Buchtipp im DK vom 10.2.20

Christoph Scheuring - Sturm

Buchhandlung Sabine Jünemann

Magellan Verlag, 300 Seiten, 18,00 €

Wie schlimm kann es schon werden? Der Kapitän wird doch nicht direkt in den Sturm hineinfahren, um zu fischen? Die 18 jährige Nora Petersen ist an Bord des Fischerbootes des jüngsten Kapitäns Kanadas, dem 23 Jahre alten Johan Meinart. Jetzt erlebt sie den schweren Sturm hautnah mit.

Weil Nora klarstellen will, dass ihr Bericht für die Schülerzeitung über den Schlachthof in ihrer Heimatstadt der Wahrheit entspricht, kettet sie sich an das Tor des Schlachthofes. Natürlich erstattet der Schlachthofbetreiber Anzeige, so das Anklage erhoben wird.

Etwas widerwillig gibt die Richterin der Klage statt, und Nora wird zu 300 Sozialstunden verurteilt. Diese wird sie bei der Umweltorganisation 'Ocean Watch' leisten müssen. Deren örtliche Leiterin der Außenstelle schlägt vor, die Stunden an einem Stück in den Herbstferien zu machen.

Drei Tage später fliegt Nora nach Kanada, um als Beobachterin für die kanadische Regierung auf dem Boot der Familie Meinart, deren Vorfahren aus Deutschland stammen, mitzufahren. Hier soll sie dokumentieren, ob jene ihre Fangquoten einhält. Organisiert wird die ganze Aktion von der Meeres-Umweltorganisation 'Ocean Watch'. Schon auf der ersten Fahrt gerät das Boot in jenen oben beschriebenen Sturm, dessen Geschichte mich an den Film 'Der Sturm' mit George Clooney erinnert hat.

Der Roman von Christoph Scheuring reißt viele aktuelle und wichtige Themen wie den Umweltschutz und den Klimawandel, aber auch die Gewalt gegen Mensch und Tier an. Die Frage, wie weit man für eine gute Sache gehen darf, ist auch eine Grundsatzfrage! Trotz oder gerade wegen dieser ernsten und bedenkenswerten Themen ist daraus eine spannende, mitreißende Geschichte für Menschen ab 14 Jahren geworden, die auch noch Erwachsene fesselt, so wie sie mich begeistert hat. Dies gilt sicher auch für Jugendliche, die sich für die aktuelle Weltlage, und die „Fridays-for-future“ Bewegung interessieren.

Von Luise Harloff



Unser Buchtipp im DK vom 3.2.20

Dagmar Hansen - Alle Tage, die wir leben

Buchhandlung Sabine Jünemann

Rowohlt Verlag, 316 Seiten, 10,00 €

„It's my life!“ - Jon Bon Jovi in Bestform und das als Ständchen zum 60. Geburtstag. Tilda hatte sich ihren Geburtstag und den neuen Lebensabschnitt zwar ursprünglich anders vorgestellt, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Einen Monat vor ihrem großen Tag war Tilda plötzlich ohne Job. Dazu hatte sich ihr Lebensgefährte spontan entschieden, sich von ihr zu trennen, so dass ihr das Leben momentan nicht ganz so rosig erscheint wie es dieser strahlende Sommer eigentlich verheißen hat. Alles nochmal auf Anfang? Ihre Laune ist im Keller. Deprimiert liest sie sich durch die Kleinanzeigen auf der Suche nach einem neuen Job und stößt auf das Inserat einer Frau im „besten Alter“, die Dame ist 84 Jahre, die eine Sekretärin, Chauffeurin und persönliche Assistentin sucht, um in ihrem eigenen Leben aufzuräumen. Anders ausgedrückt: Ihre Angelegenheiten zu ordnen, eine Methode, die aus Skandinavien kommt und sich „Death Cleaning“ nennt. Was nichts anderes bedeutet, als den Nachlass für die Angehörigen zu organisieren. Ob das das Richtige sein könnte?

Zwar klingt Ruths Wunsch etwas morbide, aber andererseits ist die alte Dame so voller Elan, dass Tilda sich von ihrer Begeisterung anstecken lässt. Wer weiß, vielleicht kann sie ja auch für sich selbst ein paar Details klären.

Manchmal ist das Leben ein Abenteuer und ehe man sich versieht, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten.

Ein amüsanter und unterhaltsamer Roman für Frauen im besten Alter, die sich trauen, eingefahrene Wege auch mal zu verlassen. Viel Spaß beim Lesen!

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 27.1.20

Chris Brookmyre – Dunkle Freunde

Buchhandlung Sabine Jünemann

Rowohlt Verlag, 542 Seiten, 13,00 €

Verehrte Leser, Chris Brookmyre wird zu wenig übersetzt, es gibt viel zu wenig Bücher von ihm auf Deutsch. Nur durch Zufall kam nun zu Tage, dass dieser wunderbare Autor eine ganze Buchreihe rund um den Journalisten Jack Parlabane geschrieben hat und uns schon den achten Fall vorlegt. Das macht aber nichts, denn jeder Fall ist in sich abgeschlossen und kann problemlos für sich allein gelesen werden.

Diesmal geht es um Sam, eine junge Studentin, die sich liebevoll um ihre kleine Schwester kümmert. Sie versucht vergeblich, Unterstützung von Staates Seite zu erhalten und gleichzeitig noch irgendwie ihr Studium zu schaffen. Eigentlich jemand, der zu wenig Zeit für alles hat und wahrlich unbescholten wirkt. Was könnte schon so jemand haben, dass sich Erpressung lohnen könnte? Nun ja, Sam hat noch eine zweite, geheime Identität, mit welcher sie illegale Aktionen via Internet mit anderen Gleichgesinnten abzieht. Sie ist als Buzzkill so erfolgreich, dass irgendwann jemand doch auf sie aufmerksam wird. Und dieser jemand bedroht nun Sams ganze Existenz, die kleine Schwester, das Studium, ihre ganzen Errungenschaften, wenn sie nicht einen noch gefährlicheren Coup durchzieht.

Brookmyre führt uns gekonnt an der Nase herum und macht riesigen Spaß. Ich las es und fragte mich, wie Sam aus dieser Nummer wieder heraus kommen wird. Er schreibt aus der Sicht einer jungen Frau, die in der Popkultur und Internetszene zu Hause ist, die nur im Internet ein tougher Hund sein kann und sich nun in der Realität gegen einen so übermächtig wirkenden Gegner durchsetzen muss. Der Autor hat gut recherchiert und überzeugend geschrieben! Ein Krimi, der wunderbar ohne literweise Blut auskommt und gleichzeitig ironisch und hintersinnig zu lesen ist.

Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Chris Brookmyre.

Von Sarah-Katarina Klecker



Unser Buchtipp im DK vom 20.1.20

Candice Fox - Missing Boy

Buchhandlung Sabine Jünemann

Suhrkamp Verlag, 374 Seiten, 15,95 €

Ted Conkaffey hat es wirklich nicht leicht nach seinem unfreiwilligen Abschied von der australischen Polizei. Aber wer will schon einen Ex-Knacki als Mitarbeiter, auch wenn er sich als unbescholten herausgestellt hat. Mühsam hat er sich eine Existenz als Privatdetektiv aufgebaut und darf zum ersten Mal nach langer Zeit seine Tochter nicht nur sehen, sondern sie auch für einige Tage betreuen.

Dumm nur, das im wenige Meilen entfernten Cairns ein kleiner achtjähriger Junge aus dem Hotelzimmer seiner Mutter verschwunden ist. Spurlos, so als habe er sich in Luft aufgelöst. Die völlig aufgelöste Mutter besteht gegen alle Einwände der Polizei darauf, Mr. Collins – wie er sich nun nennt - hinzuzuziehen. Da ist guter Rat teuer, eigenes oder fremdes Kind, guter Ruf oder Schmutzkampagne.

Ted Conkaffey bittet seine älteste Freundin in der Gegend, doch bitte sein eigen Fleisch und Blut zu hüten, und macht sich mit seiner Partnerin Amanda Pharrell auf die Suche nach dem vermissten Jungen. Sie geraten in einen Sumpf tödlicher Gefahren, buchstäblich verseucht mit Krokodilen und anderem giftigen Getier, aber auch den gefährlichsten Typen, die sich hier im äußersten Winkel Australiens verkrochen haben, um dem Gesetz zu entfliehen.

Candice Fox hat in ihrem neuen Roman wieder einmal die dunkelsten Seiten der menschlichen Seele aufgedeckt, spannend und packend bis zu letzten Zeile!

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 13.1.20

Josephine Angelini - Annies Welt

Buchhandlung Sabine Jünemann

Dressler Verlag, 223 Seiten, 17,00 €

Als jüngstes Kind in einer Familie mit acht älteren Geschwistern hat man es sicherlich nicht immer leicht. Die zehnjährige Antoinette Elizabeth Bianchi ist auch noch ein ganz besonderes Mädchen. Nicht nur, dass sie weder so aussieht wie ihr italienischer Vater und der Rest ihrer streng katholischen Familie, immerhin sieben Schwestern und ein Bruder, noch wie ihre irische Mutter, sie ist auch noch die einzige hochbegabte Legasthenikerin in der Familie. Annie wird gerne von allen übersehen, was allein deshalb nicht immer gelingt, weil ihr bei Aufregung regelmäßig schlecht wird, sehr zum Ärger ihre älteren Geschwister, die sie ohnehin häufig peinlich finden. Sie alle wissen, dass sie nicht nur auf der falschen Seite des Waldes leben, nämlich da, wo weder der Golfplatz ist, noch die schönen, teuren Häuser stehen, und dass ihre Familie nicht nur über sehr wenig Geld verfügt sondern auch in Chaos und Gewalt zeitweise fast untergeht. Aber nach außen halten sie alle zusammen, auch wenn sie fast auf sich alleine gestellt sind mit einem zu viel arbeitenden Vater und einer völlig überforderten Mutter. Nur die Schule und ihre dortigen Freunde in der Klasse für hochbegabte, besondere Kinder geben Annie Halt in diesem Leben, das auch sie fast jeden Tag aufs Neue überfordert. Erst als es fast zur Katastrophe kommt, als eine ihrer Schwestern verschwindet, bekommt die Familie die Hilfe von außen, die sie schon längst gebraucht hätte.

Ein Buch, das sich trotz der schwierigen Familiensituation, in der Annie steckt, durch den flapsigen, teilweise trotzigen und zum Nachdenken anregenden Tonfall der jungen Ich-Erzählerin wunderbar lesen lässt. Für aufgeweckte Zehnjährige ebenso geeignet wie für interessierte Erwachsene.

Von Karin Skrzypczak



Unser Buchtipp im DK vom 6.1.20

Beate Rygiert - George Sand und die Sprache der Liebe

Buchhandlung Sabine Jünemann

Aufbau Verlag, 391 Seiten, 12,99 €

Eine Zeitreise ins Paris des Jahres 1831! Hier begegnen wir einer Frau, 27 Jahre alt, unglücklich verheiratet und mehr als glücklich verliebt! Wer sie ist? Aurore Dudevant, auch wenn sie diesen Namen nicht behalten wird.

Sie lebt in einer kleinen Mansardenwohnung für sich allein. Sechs Monate hat sie von ihrem Ehemann aushandeln können. Jedoch: Sie braucht Geld, und außerdem möchte sie sich endlich frei bewegen können. So schneidert sie sich einen Anzug, stopft ihre langen Haare unter eine Studentenmütze und taucht ein in das Pariser Leben unter König Louis-Philippe. Der Zufall will es, dass sie eine Stelle als Journalistin bei einer Zeitung angeboten bekommt.

Tagsüber sitzt sie in der Redaktion, nächtens schreibt sie wie besessen an ihrem ersten Roman. Als sie einen Verleger sucht, hagelt es Absagen. Zwar gilt Paris als ein Ort, wo vieles möglich ist, aber eine Frau als Autor? Das geht zu weit! So greift sie zu einem Pseudonym. Geboren wird George Sand!

Dies ist der bewegende Roman über eine der großen literarischen Gestalten des 19. Jahrhunderts. Einer Frau, die für das Recht der Frauen auf Eigenständigkeit eintrat und gleichzeitig als „Femme scandaleuse“ Schlagzeilen machte durch ihre vielen Liebschaften.

Es lohnt sich ihren Werdegang zu erlesen und dadurch vielleicht auch als Autorin neu zu entdecken.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 30.12.19

Antonie Schneider / Pei-Yu Chang - Wem gehört der Schnee? Eine Ringparabel

Buchhandlung Sabine Jünemann

NordSüd Verlag, 32 Seiten, 15,00 €

Hurra, es schneit! Die Kinder Jerusalems sind völlig aus dem Häuschen. Hier im „Heiligen Land“, wie die Region auch manchmal genannt wird, schneit es nur alle Jubeljahre einmal.

Muslimische, jüdische und christliche Kinder spielen in den Straßen, nicht immer gemeinsam. So auch an diesem Tag. Jedes Kind behauptet natürlich, der Schnee gehöre ihm, und ein großer Streit ist vorprogrammiert. Um eine Entscheidung zu erreichen, beschließen die Kinder, jeder etwas Schnee mitzunehmen und ihre Religionsgelehrten zu fragen, wer Recht habe. Doch als sie ankommen, ist von der weißen Pracht nur noch Wasser übrig, so dass weder der Rabbi, noch der Priester oder der Imam helfen können.

Traurig erkennen die Kinder, wie viel schöner es gewesen wäre, einfach miteinander im und mit dem Schnee zu spielen und sich so gemeinsam daran zu erfreuen.

Die Autorin hat eine herzliche Geschichte über das Geheimnis der Toleranz geschrieben, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene nachdenklich stimmt. Genial illustriert von der Taiwanesin Pei-Yu Chang, die einigen Bilderbuchkennern bereits bekannt ist durch „Der Koffer von Herrn Benjamin“.

Ob es in Jerusalem nochmal schneien wird? Lassen sie sich doch einfach überraschen, denn manchmal geschehen Wunder, die alle Menschen erfreuen.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 23.12.19

Rafik Schami - Elisa oder die Nacht der Wünsche

Buchhandlung Sabine Jünemann

Hanser Verlag, 32 Seiten, 14,00 €

Es war einmal ein keiner Junge, der weinend vor dem Schaufenster eines Spielzeugladens stand. Kurz zuvor hatte ihn eine Gruppe von Kindern verhauen und das alles nur, weil er anders aussah. Sehnsüchtig betrachtete er den roten Roller und wünschte sich diesen als Geschenk. Ob seine Mutter sich den wohl würde leisten können, wenn sie ihn hier abholte?

All dies betrachtet aus großer Ferne Elisa, die Frau des Weihnachtsmannes, durch ein Fernglas. Schon lange war Elisa mit der Arbeit ihres Mannes unzufrieden. Scheinbar war ihr Mann seiner Arbeit nicht mehr gewachsen. Er war immer so müde. So beschloss sie, ihrem Mann zu unterstützen, und die geheimsten Wünsche der Kinder zu erfüllen.

Dieses ist eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, die die Menschen zum Nachdenken anregt. Rafik Schamis Erzählung gleicht einer Parabel, die wunderbar von Gerda Rait illustriert wurde.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 16.12.19

Peter Stamm - Marcia aus Vermont

Buchhandlung Sabine Jünemann

Fischer Verlag, 78 Seiten, 14,00 €

Ein junger Mann aus der Schweiz verbringt die Tage um Weihnachten und Neujahr allein in New York, bevor er sich im Januar auf den Rückflug zu seinen Eltern in die Heimat machen wird. Beim Spazierengehen durch die leeren Straßen der Stadt trifft er am Heiligabend eine junge Frau namens Marcia, die ihn um Feuer bittet. Er folgt der geheimnisvollen Frau und verbringt die Nacht mit ihr. Die Tage bis Neujahr vergehen für ihn wie im Traum, den er zusammen mit Marcia und einem befreundeten Paar erlebt.

Wie viele seltsame Weihnachten er schon erlebt hat, wurde er von Marcia gefragt, fällt ihm dreißig Jahre später wieder ein, als er mal wieder in New York ist. Mit Hilfe der wenigen Erinnerungen, die er hat, begibt er sich auf Spurensuche. In Vermont hofft er Marcia wieder zu begegnen, ihre Eltern haben dort nach dem Tod ihres jüngeren Bruders ein Stiftungsdorf für Künstler gegründet. Über einen befreundeten Galeristen kommt er jetzt selbst in den Genuss eines zweimonatigen Aufenthaltes dort und kann die Zeit bis zum Jahreswechsel seiner Kunst und vor allem seinen Nachforschungen widmen. Eine Suche zwischen Traum und Wirklichkeit beginnt für ihn an diesem wie aus der Zeit gefallenen Ort. Und obwohl er sich kaum noch an Marcia erinnert, fasziniert ihn das wenige, das er nach und nach über sie erfährt so sehr, dass er sich immer mehr in die Vergangenheit verliert. Eine ungewöhnliche und märchenhafte Erzählung, die wunderbar in diese Zeit zwischen den Jahren passt und eine kleine Auszeit in dieser doch oft so hektischen Zeit nicht nur verspricht.

Von Karin Skrzypczak



Unser Buchtipp im DK vom 9.12.19

Ralf Günther - Eine Kiste voller Weihnachten

Buchhandlung Sabine Jünemann

Kindler Verlag, 124 Seiten, 18,00 €

Compagnie Storch & Storch, Hersteller von Dresdner Pappen. Es ist Dezember 1890, als der Prinzipal beim letzten Rundgang durch die Manufaktur eine Kiste entdeckt, die längst ausgeliefert hätte sein sollen. Einfach vergessen steht sie in einer Ecke. Wieso, das kann ihm jetzt keine seiner Arbeiter erklären. Alle sind schon fort - endlich Weihnachten feiern. So spannt der alte Mann den Schlitten an, um die allerletzte Fuhre doch noch an ihr Ziel zu bringen.

Lange hat er so etwas nicht mehr gemacht, und kutschiert ebenso wenig. Es wird nicht leicht werden, bei diesem Wetter noch pünktlich nach Zinnwald zu kommen. Als er den Hof der Firma verlässt, springt ein kleines Mädchen auf die Ladefläche und versteckt sich unter der Plane. Sie möchte nach Hause. Mittellos muss sie sich durchschlagen, um zu Vater und Geschwistern zu kommen, sollen die doch Weihnachten nicht alleine sein.

Schon bald werden die beiden, Vincent Storch und Lisbeth, aufeinander angewiesen sein, denn der Schnee, der in der Stadt nur für ein wenig Puderzucker gesorgt hat, fällt im Gebirge in dicken Flocken und macht die Wege schwer passierbar. Es musste schon ein Wunder geschehen, dass die Kiste rechtzeitig nach Zinnwald und Lisbeth zu ihrer Familie kommt. Manchmal, sehr selten, geschieht mitten im Winter ein kleines Wunder.

Ralf Günthers herzerwärmende Geschichte stimmt die Leser auf das Fest ein und zeigt, dass auch alte Griesgrame manchmal doch ein Herz haben und Freude empfinden können.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 2.12.19

Madeline Miller - Ich bin Circe

Buchhandlung Sabine Jünemann

Eisele Verlag, 500 Seiten, 24,00 €

Wie wäre es, die Menschheit durch die Augen der Göttin Circe zu betrachten und dabei ganz neue Einblicke in die griechische Mythologie zu gewinnen?

Fesselnd wird zunächst Circes Kindheit und Jugend im Palast ihres Vater Helios erzählt. Ihr Verhältnis zu Vater und Mutter ist unterkühlt, und die älteren Geschwister hänseln sie wegen ihrer menschlich klingenden Stimme. Nur zu ihrem jüngeren Bruder Aietes scheint sie eine Beziehung aufbauen zu können. Als auch Aietes sie enttäuscht und verlässt, wendet sie sich von der Götterwelt ab, und der Menschenwelt zu.

Circe verliebt sich in den Menschen Glaukos und möchte für immer mit ihm zusammen bleiben. Deshalb verstößt sie öffentlich gegen die Regeln der Götter und verwandelt ihn in eine niedere Gottheit. Sie wird dafür mit ewiger Verbannung auf die Insel Aiaia bestraft. Dort wird sie zur Kräuterkundigen und schult ihr Talent für Verwandlungen.

Sprachlich gut erzählt und spannend schildert der Roman das Leben der Göttin Circe und wie sie sich zur uns bekannten berüchtigten Hexe entwickelt. Sehr lesenswert mit einem überraschenden Schluss, bekommt man einen erfrischend neuen Blick auf die griechische Mythologie. Der Anhang verhilft zu neuen Wissen über die Persönlichkeiten der Götter- und Heldenwelt Griechenlands oder frischt es auf, wenn nötig.

Madeline Miller hat auf 500 Seiten die Antike lebendig werden lassen. Das Buch lädt zum Abtauchen in eine andere Welt ein und eignet sich hervorragend als Geschenk für Leser, die sich für die antike Mythologie interessieren.

Von Luise Harloff



Unser Buchtipp im DK vom 25.11.19

Rafik Schami - Die geheime Mission des Kardinals

Buchhandlung Sabine Jünemann

Hanser Verlag, 431 Seiten, 26,00 €

Alles beginnt im Jahr 2010 mit der Auslieferung eines Fasses Olivenöl für die Küche der italienischen Botschaft in Damaskus. Als der Koch das Fass ansticht tröpfelt es nur sachte, statt dass sich ein goldgelber Strahl daraus ergießt. So wird das Fass geöffnet. Heraus fällt eine in Plastik verpackte Leiche.

Der Tote entpuppt sich als niemand anderes als der Kardinal Angelo Cornaro, einem der päpstlichen Ratgeber. Natürlich wird die syrischen Polizei informiert, und Kommisar Barudi übernimmt die Ermittlungen. Schützenhilfe erhält der syrische Kommissar von einem italienischen Kollegen, der ihn sogleich über die politischen Feinheiten der vatikanischen und italienischen Zuständigkeiten aufklärt.

Der Kardinal war einem Rätseln auf der Spur, welches sich nur vor Ort in Syrien aufklären ließ und dessen Lösung ob der unterschiedlichen Glaubensrichtungen sehr diffizil zu werden versprach. Ein muslimischer Wunderheiler, der sich auf Jesus Christus beruft, im Stammesbereich der Drusen lebend? Wahrlich nicht einfach!

Rafik Schami hat eine moderne Fabel über die politische Situation in Syrien in einen Roman mit kriminalistischen Zügen verpackt. Informativ, spannend und sehr nachdenklich zu lesen. Nach dieser Lektüre kann man vielleicht ansatzweise die politischen Gegebenheiten verstehen, soweit es einem Europäer möglich ist.

Von Sabine Jünemann



Unser Buchtipp im DK vom 18.11.19

Renate Feyl - Die unerlässliche Bedingung des Glücks

Buchhandlung Sabine Jünemann

Kiepenheuer & Witsch, 428 Seiten, 24,00 €

Wer gut erzählte historische Romane liebt, für den ist das neue Buch von Renate Feyl genau die richtige Lektüre. Sie beschreibt den Beginn der deutschen Arbeiterbewegung in Deutschland anhand der Begegnung zwischen Ferdinand Lassalle und der Gräfin Sophie von Hatzfeldt in so starken Bilder, dass man glaubt, sich mitten im Geschehen zu befinden. Der Student Lassalle macht es sich zur Aufgabe, der zwanzig Jahre älteren Gräfin bei der Scheidung von einem der reichsten und einflussreichsten Männern des Landes zu helfen, der ihr in den vielen Jahren Ehe nur Leid in jeglicher Form zugefügt hat. Sie wiederum unterstützt den temperamentvollen Lassalle zusammen mit ihrem jüngsten Sohn Paul bei seinen politischen Aktivitäten.

Auch durch Verleumdungen, Erpressungen und Gefängnisaufenthalte lassen sie sich nicht davon abhalten, für ihre Sache zu kämpfen. Die Gräfin Hatzfeldt mit Hilfe von Lassalle für ihre persönliche Freiheit und beide zusammen auch für die Freiheit aller und dem damit verbundenen Umbruch. Ein leichter, unterhaltsamer Einstieg in die Zeit der Revolution und die Anfänge der Sozialdemokratie, behutsam verpackt in eine spannende Geschichte von Verrat und Liebe.

Von Karin Skrzypczak